Wissenswertes zu Shimano-Naben

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Dieser Artikel behandelt die technischen Neuerungen bei Shimano-Naben des Jahrgangs 2010; für allgemeine Infos und Einstelltips sei auf den Artikel zur Nabenwartung verwiesen!

Wissenswertes zu 770er, 775er, 970er und 975er Shimano-Naben

In der Vergangenheit wurde immer wieder die mangelnde Stabilität und Präzision der Shimano-Naben beklagt. Als Ursache für die auftretenden Fehler, meistens in Verbindung mit Scheibenbremsen, stellte sich im Endeffekt immer wieder die doch scheinbar zu schwache Achs-/Konuslagerkonstruktion heraus. Diese ist bei Scheibenbremsen höheren Belastungen unterworfen als bei Felgenbremsen. Somit scheint diese Konstuktionsart für Scheibenbremsen doch eher ungeeignet, trotz der Vorteile die sie sonst bei seitlichen und schrägen Belastungen bietet. Einzig in höherwertigen Rahmen, welche von sich aus schon eine gute Stabilisierung des Hinterbaus bieten, ist eine solche Kombination – Shimano-Nabe/Discbremse – problemlos.

Vor kurzem hatte ich die Gelegenheit die neuen XT-Naben mal genauer unter die Lupe zu nehmen – und siehe da, Shimano hat ganz offensichtlich genau an diesen Schwachpunkten angesetzt. Hier nun die Details:

Anstelle der alte 10mm Stahlachse wird nun eine 14mm Oversize-Alu-Achse verwendet. Die Achsenden sind mit Abschlussmuttern versehen, welche über einen exakt abgedrehten Passstift für die Aufnahme im Rahmen verfügen. Somit sitzen die Laufräder nicht mehr über ein Gewinde (welches nie genau ist) im Rahmen, sonder über genau gedrehte Passstifte, vorne 9mm, hinten 10mm. Da die Achse durch das Oversizemaß von 14mm nun erheblich stabiler ist, muss diese nun auch nicht mehr nach dem Abdrehen gehärtet bzw. vergütet werden (was bei Alu nebenbei auch nicht machbar ist). Da es sich bei diesem Vorgang um eine Wärmebehandlung handelt führt dies dazu, dass sich die Achsen dabei immer mehr oder weniger verziehen. Dies ist mitunter ein Grund warum immer wieder über eiernde Freiläufe geklagt wurde. Ergebnis der neuen Achse: leichter und präziser und genauso stabil.

Und noch ein Punkt führt zu besseren Ergebnissen. Durch den Umstieg auf 14mm anstelle von 10mm ist der prozentuale Fehler am Gewinde (jetzt M14x1, vorher M10x1) auch geringer geworden. Werden die Konusmutter und die Endmutter nun zwecks festschrauben miteinander gekontert, fällt somit der Fehler – gekonterte Muttern stehen eher reinzufällig zentrisch auf dem Gewinde – um einiges kleiner aus. Und damit nicht genug. Die Endmutter mit dem Passstift (eher eine Hutmutter) wird am HR auf der Freilaufseite, am VR auf der Discseite, bis zum Anschlag aufgedreht. Diese sitzt somit zentrisch auf der Achse. Die Konusmutter wird nun nur noch dagegen festgezogen. Somit ist zumindest auf einer Seite ein korrekter Sitz gewährleistet. Und auf der anderen Seite ist das Gewinde der Endmutter dementsprechend länger – auch das verkleinert den Fehler nochmals.

Durch diese „kleinen“ Änderungen im Detail hat Shimano die Naben somit Disc-fähig gemacht. Ein Vergleich mit den SLX-Naben zeigte jedoch, dass nur die XT-Naben diese positiven Veränderungen mit sich bringen. Die SLX-Naben haben gegenüber den alten XT-Naben (z.b. der 756er) zwar auch einige Veränderungen zu bieten, sind in den wichtigen Details jedoch baugleich. Diese Veränderungen betreffen somit in der Tat bisher (Stand: Oktober 2009) nur die 770er und 970er (Felgenbremsvariante) sowie die 775er und 975er (Discvariante).

Autor: Suedalpler

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