Ventil
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Ein Ventil ist, allgemein gesagt, immer ein Bauteil, in dem Gase oder Flüssigkeit abgelassen oder eingefüllt werden können. Charakteristisch ist, dass das Ventil nur in eine Richtung durchlässig ist.
Beim Fahrrad findet man Ventile meist nur als Luftventile am Schlauch (bzw. an der Felge bei schlauchlosen Rädern) und bei luftgefederten Federgabeln und Dämpfern. Folgende Bauarten finden Verwendung:
- Autoventil oder Schrader-Ventil (AV)
Wie der Name sagt ist das das gleiche Ventil wie bei den Autoreifen (Vorsicht: auch wenn es technisch möglich ist sollte man vermeiden, die Reifen an der Tankstelle aufzupumpen. Die Kompressoren dort sind auf großvolumige Autoreifen und entsprechende Luftmengen ausgelegt, so dass am Fahrrad schnell der Maximaldruck überschritten wird). Die Felgenbohrung muss hier mit 8,5mm Durchmessern recht groß sein; außerdem sollte man das Ventil immer mit einer Kappe verschrauben, da nur dann die Dichtigkeit gewährleistet ist. Das Ventil findet man bei Reifen und bei Dämpfern und Gabeln.
Funktionsweise: die Pumpe drückt einen Stift herunter und gibt so das Ventil frei. Auf diese Weise kann man auch den Druck ablassen.
Mögliche Defekte: selten ist der Stift im Ventil verbogen; ist das Ventil undicht liegt das meist am Ventil selber. Abhilfe: Austausch des eigentlich Ventils durch Ausschrauben. Dazu gibt es spezielle Ventilkappe, mit deren Oberseite man das eigentliche Ventil aus- und ein neues einschrauben kann. Ersatzventile sind günstig und leicht zu erhalten (Radgeschäft, Baumarkt).
- Französisches Ventil oder Sclaverand-Ventil (SV)
Dieses Ventil ist deutlich schlanker (Bohrungsdurchmesser 6,5mm) als das Autoventil und dadurch leicht zu unterscheiden. Außerdem ist es in den meisten Fällen messingfarben, und nicht silbern wie das Autoventil. Das Ventil ist hochdruckgeeignet.
Funktionsweise: nach Entfernen der (nicht unbedingt nötigen) Abdeckkappe muss zwingend die kleine Rändelmutter am Ende des Ventils aufgeschraubt werden, so dass sich der kleine Ventilstift bewegen kann. Nur so kann man Luft einfüllen oder (durch Eindrücken des Stifts) Luft ablassen. Beim Aufsetzen der Pumpe ist Vorsicht geboten, damit man nicht den dünnen Ventilstift verbiegt.
Mögliche Defekte: am häufigsten findet man bei diesem Ventil verbogene Ventilstifte, die zu Undichtigkeiten führen. Hier hilft gefühlvolles Zurückbiegen oder der Austausch des Ventils; dieser ist allerdings nicht bei allen Schläuchen möglich. Ersatzventile sind meist nur in einem Fahrradgeschäft zu erhalten.
- Blitz-Ventil, Dunlop-Ventil oder Deutsches Ventil (DV)
Dieses hat den gleichen Durchmesser wie das Autoventil (8,5mm) und ist ebenfalls silber; zu unterscheiden ist es aber leicht anhand der breiten Überwurfmutter, die das eigentliche Ventil hält. Diese ist auch der größte Nachteil, da man dadurch leicht und schnell das Rad sabotieren kann (Luft ablassen und/oder Entwenden des Ventils).
Funktionsweise: der Pumpendruck öffnet selbsttätig das Ventil, so dass dazu keine weiteren Tätigkeiten erforderlich sind. Das Ablassen der Luft geschieht durch Lösen der Überwurfmutter.
Mögliche Defekte: defekte Ventile kann man leicht austauschen, indem man die Überwurfmutter abschraubt und das Ventil herauszieht. Ersatzventile sind problemlos in den meisten Fahrradgeschäften, Sportgeschäften und Baumärkten erhältlich.
Ein Tip für alle Ventilarten: die Rändelmuttern, die das Ventil beim Aufpumpen an der Felge abstützen, sind hauptsächlich für das Aufpumpen gedacht, sie haben keinerlei Haltefunktion. Daher sollte man sie auch nicht festziehen, sondern im Gegenteil immer etwas lockern, da sonst bei geringsten Bewegungen des Schlauches relativ zur Felge das Ventil abreißt. Eine Ausnahme bildet hier lediglich das Ventil bei Schlauchlossystemen; da das Ventil hier zusätzlich die Felgenbohrung abdichten muss muss in diesem Fall die Rändelmutter zwingend festgeschraubt werden.
Ein Exot ist das Nadelventil; dieses kennt man am ehesten von Bällen, dort findet es Verwendung. Einige ältere Federgabeln (alte Sids von Rock Shox zB) haben allerdings auch dieses Ventil. Zum Aufpumpen braucht man dort zwingend einen nadelartigen (sprich langen und dünnen) Aufsatz.

