Trommelbremse
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Bei einer Trommelbremse sitzen die Bremsbacken innerhalb einer geschlossenen Trommel (der Nabe nämlich) und werden bei Betätigen der Bremse radial nach außen gedrückt. Diese Bauform macht die Bremse zwar unanfällig gegen äußere Einflüsse wie Nässe, Sand und Schlamm, bewirkt aber auch schlechte Kühlung. Der größte Vorteil der Trommelbremse ist, dass sie selbstverstärkend ist: die Drehbewegung der rotierenden Trommel verstärkt den Anpressdruck des auflaufenden Bremsbelags. Aus diesem Grund sieht man auch heutzutage noch bei vielen Fahrzeugen, selbst LKW, die vermeintlich veraltete Trommelbremse. Auch für eine Feststellbremse ("Handbremse") ist sie durch ihre Bauform besser geeignet als eine Scheibenbremse.
Zwei Bauformen der Trommelbremse finde ich besonders wichtig:
- Simplex-Bremse
- Duplex-Bremse
Bei der Simplex-Bremse sind die beiden Bremsbacken an einer Seite drehbar gelagert; auf der gegenüberliegenden Seite sitzt ein Nocken, bei bei Betätigung der Bremse die beiden Bremsbacken aufspreizt. Dies bewirkt, dass ein Belag auflaufend, also selbstverstärkend, ist, und der andere ablaufend. Vorteil dieser Bauweise ist neben ihrer Einfachheit der Umstand, dass die Bremse in beide Drehrichtungen gleich stark (oder schwach, je nachdem) arbeitet.
Auf diesem Bild sieht man eine Simplex-Bremse (Vorderradbremse einer Simson Schwalbe mit innenliegendem Bremshebel); der dicke Pfeil in der Mitte symbolisiert die Drehrichtung, die etwas kleineren Pfeile die Bewegung des Bremsnockens.
Die dünnen Pfeile außen sind Kraftvektoren; D1 ist die Kraft des sich drehenden Rades, B ist die Kraft, die der Bremsbelag auf die Trommel ausübt. R ist die Kombination aus diesen beiden. Wie man sieht, greift R2 hinter dem Drehpunkt dieses Bremsbelags an, der Belag wird also durch die Drehung des Rades von der Trommel weggedrückt und die effektive Bremskraft ist geringer. Bei R1 liegt der Drehpunkt hinter dem Krafteinleitungspunkt, so dass der Belag durch die Drehungs des Rades stärker an die Trommel gedrückt wird, als dies nur nur durch die Bremskraft der Fall wäre. Der obere Belag ist also ablaufend, und der untere auflaufend (und damit selbstverstärkend).
Bei der Duplex-Bremse findet man an beiden Seiten der Bremsbacken Bremsnocken, die parallel betätigt werden. Dadurch hat man zwei selbstverstärkende, auflaufende Bremsbacken; dies allerdings nur in einer Drehrichtung, in der anderen Drehrichtung ist die Bremse deutlich schwächer.


