Schaltwerk

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Das Schaltwerk ist am Schaltauge befestigt; es dient dazu, die Kette auf die verschiedenen Ritzel zu bewegen. Dies geschieht dadurch, dass der Bowdenzug durch Bedienen des Schalthebels gespannt wird und die Kette sich so ein Ritzel nach oben bewegt. Beim Hochschalten wird der Bowdenzug dagegen wieder entspannt, wodurch die Kette durch die im Schaltwerk befindliche Feder wieder nach unten wandern kann.

Schaltwerke haben eine gewisse Kapazität, die von der Länge des Arms bestimmt wird. Je länger der Arm, desto größer die Kapazität, also desto mehr nicht gebrauchte Kette kann das Schaltwerk spannen. An den meisten Rädern ist ab Werk ein Schaltwerk mit langem Arm verbaut, weil dieses im Regelfall keine Probleme bei gewissen Kombinationen aus Kurbel und Kassette macht; ein kürzeres Schaltwerk bietet allerdings mehr Bodenfreiheit und größere Kettenspannung. Man sollte beim Neukauf also durchaus überlegen, welche Länge man wirklich braucht. Beim Verzicht auf extreme Kombinationen wie großes Blatt-großes Ritzel kommt man im Regelfall auch mit einem mittleren oder sogar einem kurzen Schaltwerk gut aus. Welche Kapazität man benötigt, kann man anhand der Formel berechnen, die im Artikel zur Kapazität ausgeführt ist.

Inverses Schaltwerk: Dieses wurde von Shimano 1998 eingeführt. Bei inversen Schaltwerk ist die Feder im Schaltwerk andersherum eingehängt, so dass sie Richtung Speichen zu den größeren Ritzeln zieht. Der Vorteil ist, das die Federspannung nicht so schnell ausleiert, auch der Verschleiß soll geringer sein. Allerdings hat sich dieses System wegen der veränderten Schaltlogik nicht wirklich durchsetzen können.

Im MTB-Bereich haben sich vor allem Schaltwerke von Sram und Shimano durchgesetzt. Die Wertigkeit bei Shimano geht von Deore über SLX und XT bis XTR. Bei Sram sind die vergleichbaren Modelle: X5, X7, X9 und X0. Niedrigere Gruppen sind für den ambitionierten Einsatz im Regelfall nicht geeignet, da sie zu schnell verschleißen.


Einige Beispiele für Schaltwerkslängen und der damit verbundenen Kapazität:

(Liste zusammengestellt von montageständer aus dem [1])

Im Mountainbike-Bereich, Hersteller Shimano:

Beispiel Saint-Gruppe (Freeride/Downhill):

  • SS (= Kürzel für den kurzer Käfig): 29 Zähne
  • GS (= Kürzel für den mittleren Käfig): 33 Zähne
  • SGS (= Kürzel für den langen Käfig): 45 Zähne

Beispiel Deore-XT-Gruppe:

  • GS-Käfig: 33 bzw. 35 Zähne (je nach Schaltwerkversion)
  • SGS-Käfig: 45 Zähne

Im Mountainbike-Bereich, Hersteller SRAM:

Beispiel X.0-Gruppe:

  • kurzer Käfig: 30 Zähne
  • mittlerer Käfig: 37 Zähne
  • langer Käfig: 45 Zähne

Im Rennrad-Bereich, Hersteller Shimano:

Beispiel Dura-Ace-Gruppe:

  • SS-Käfig: 33 Zähne

(+ max. Zähnedifferenz bei Kurbelgarnitur: 28 Zähne)

Beispiel Ultegra-Gruppe:

  • SS-Käfig: 29 Zähne

(+ max. Zähnedifferenz bei Kurbelgarnitur: 16 Zähne)

  • GS-Käfig: 37 Zähne

(+ max. Zähnedifferenz bei Kurbelgarnitur: 22 Zähne)

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