Felgenbremse

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Die Felgenbremse ist wohl die am weitesten verbreitete Fahrradbremse. Es gibt verschiedene Bauformen:


Inhaltsverzeichnis

Seitenzugbremsen

Seitenzugbremse

Diese veraltete Bremse hat einen zentralen Befestigungspunkt über dem Reifen; der Bremszug wird seitlich von oben herangeführt. Man kennt diese Bauform wahrscheinlich noch vom alten Stadtrad. Bremskraft und Wartungsfreundlichkeit sind jedenfalls recht schlecht, so dass man auf diese Bremse nur zurückgreifen sollte, wenn man zusätzliche Bremsen wie eine Rücktrittbremse hat. Bei Neurädern sind diese Bremsen praktisch gar nicht mehr zu finden.

Bild:Seitenzugbremse.jpg


Rennradbremse

Vom Prinzip her sind die Rennrad-Bremsen stark mit den normalen Seitenzugbremsen verwandt. Durch optimierte Bauweise und Materialien sind Bremskraft und Dosierbarkeit sowie die Einstellbarkeit um Welten besser!

Auch bei den Rennrad-Bremsen hat man eine zentrale Aufnahme über dem Reifen, auch hier wird der Zug seitlich von oben herangeführt. An diesen Bremsen ist ein Hebel vorhanden, mit dem man die Bremsbeläge mit einem Handgriff weiter von der Felge wegbewegen kann, was Radwechsel deutlich erleichtert.

Bild:Rennbremse.jpg


V-Brake

Die V-Brake benötigt als Aufnahme die sogenannten Cantilever-Sockel. Diese befinden sich links und rechts vom Rad jeweils unterhalb der Felge (also zur Nabe hin versetzt). Diese Sockel bilden den Drehpunkt der beiden Bremsarme und werden bei der Wartung gern zu schmieren vergessen. Durch die über den Reifen verlängerten Bremsarme und den dann senkrecht, von der Seite her, angreifenden Bremszug ist die Bremskraft bei diesen Bremsen bei gleichzeitig guter Dosierbarkeit für eine seilzugbetätigte Bremse sehr gut. Die weiterentwickelten, mit einer Schraube zu befestigenden und einzustellenden Bremsbeläge tun ein übriges für die Beliebtheit dieser Bremse. Dennoch muss man als Nachteil anmerken, dass die Bremsbeläge penibel eingestellt und häufig kontrolliert werden müssen, da diese leicht schräg auf die Felge treffen. Wenn man diese Schrägheit, die durch Abnutzung schlimmer wird, nicht regelmäßig korrigiert, nimmt die Bremskraft rapide ab, da nur noch ein Bruchteil der Beläge auf der Felge aufliegt. Das kann sogar so weit gehen, dass die Beläge in die Speichen kippen und die Bremse verklemmt.

Um die Bremse optimal nutzen zu können sollte man sie nicht mit den Hebel von Cantilever-Bremsen kombinieren. Dies funktioniert zwar schon, ist aber vom Übersetzungverhältnis zwischen Bremshebel und Bremse nicht optimal.

Ursprünglich entwickelt wurde die V-Brake von Wiesmann; die Bezeichnung V-Brake ist eigentlich ein Markenname der Firma Shimano, die diese als erste im großen Stil vertrieben haben.

Eine Sonderform unter den V-Brakes ist die hydraulisch betätigte Variante von Wiesmann, die ansonsten vom Prinzip her gleich war, und sich nicht durchsetzen konnte.



Mittelzugbremsen

Cantilever-Bremse

Die Cantilever-Bremse (liebevoll auch einfach "Canti" genannt) nutzt die gleichen Drehpunkte wie die V-Brake (bzw. umgekehrt, da die Cantis älter sind). Bei den Cantis wird der Bremszug senkrecht über den Reifen geführt, was zwingend eine Abstützung an Gabel bzw. Rahmen nötig macht (andere Bremsen, wie die V-Brake und die Seitenzugbremsen, stützen sich auf eigenen Bauteilen ab und benötigen keine extra Abstützungen).

Bild:Canti.jpg

Eine Sonderform der Cantis waren die sogenannten Pedersen-Bremen; diese liefen auf einer zusätzlichen Schnecke, die die Bremskraft enorm verstärkte, gleichzeitig aber die Dosierbarkeit sehr schwierig machten. Dennoch waren diese Bremse ihrer brachialen Kraft wegen im MTB-Sport nicht unbeliebt.


U-Brake

Die U-Brake nutzt andere Sockel als Canti und V-Brake; sie war in den 80er Jahren sehr populär, wurde aber praktisch völlig verdrängt. Genutzt wird sie wegen ihrer schlanken Bauform allerdings noch bei Triathlon-Rädern.\\


Hydraulikbremsen

Diese Bremsen werden nicht durch einen Seilzug, sondern durch eine Bremsflüssigkeit betätigt. Der bekannteste (und fast der einzige Hersteller) solcher Bremsen ist Magura. In deren Bremsen kommt Mineralöl zum Einsatz. Diese Bremsen (allen voran das bekannteste Modell, die HS33) sind extrem robust und wartungsarm; sollte mal etwas kaputt gehen braucht man zwar Spezialwerkzeug, aber das ist wie gesagt sehr sehr selten nötig. Nachteile sind Gewicht und Preis der Bremsen.

Vorteil dieser Bremsen ist neben der Betätigung durch Hydraulik das exakt von der Seite geschehende Heranführen der Bremsklötze an die Felge. Diese Bauform macht ein Nachjustieren wie bei anderen Bremsen praktisch unnötig, ein minimaler Verschleißausgleich genügt.

Bild:Hs33.jpg

Auf eine Sonderform, die hydraulische V-Brake von Wiesmann, sei hier nur nochmal der Vollständigkeit halber hingewiesen.

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