Bowdenzug
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Ein Bowdenzug ist ein Drahtseil für Bremse oder Schaltung (auch genannt Bremszug und Schaltzug). Der Bremszug hat einen Durchmesser von 1,5 mm, der Schaltzug von 1,2mm. Bei Schaltzügen gibt es im Sportbereich nur eine Variante, bei Bremszügen gibt es zwei:
- Bremszug mit Tonnennippel
- Bremszug mit Birnennippel
Die Züge mit Birnennippel werden fast ausschließlich im Rennradbereich eingesetzt, Züge mit Tonnennippel können in Rennradbremsen nicht genutzt werden.
Nähere Erläuterung von Yeti:
Bowdenzüge dienen der Übertragung von Kräften. Ihre seitlich flexible aber in Längsrichtung starre Außenhülle erlaubt das Übertragen von Kräften (auch in verschiedene Richtungen) ohne aufwändige Hebelmechanik. Allerdings bedürfen diese Züge einer gewissen Pflege, damit eine dauerhafte Funktionalität gewährleistet ist. Die Funktionsweise besteht darin, dass ein Innenzug durch eine druckstabile Außenhülle geführt wird. Die durch einen Hebel eingeleiteten Zugkräfte werden über den Zug auf ein weiteres Bauteil (Schaltung, Bremse, oder ähnliches) übertragen. Dabei wird der Innenzug gegen die Zughülle abgestützt. Die Innenzüge bestehen dabei je nach Bauart aus einer unterschiedlichen Anzahl von Drähten, die miteinander zu einem Seil verdrallt sind.
Fehlerquellen können in verschiedenen Punkten liegen. Mit Anzahl und zunehmender Krümmung in der Zugverlegung erhöht sich die Zugreibung. Dadurch erhöht sich die für eine bestimmte Stellkraft erforderliche Handkraft am Hebel. Verschmutzungen in der Zughülle erhöhen den Zugwiderstand, was zu Reibungsverlusten führt und so den Wirkungsgrad herabsetzt. Ähnlich sieht es bei Korrosion aus. Falsch geklemmte Züge können sich (bei zu geringer Klemmung) aus ihrer Fixierstelle lösen oder aber (bei zu geroßer Klemmung) reißen. Damit sich die Belastung am Zugende homogen auf alle Drähte verteilt wird muß darauf geachtet werden, daß der Zug an der Klemmung nicht einfach plattgedrückt wird. Ferner ist ein Aufspleißen der Zugenden zu vermeiden. Hierfür verwendet man entsprechende Endhülsen.
Bei der Verlegung von Bowdenzügen gilt es ein paar Dinge zu beachten: Die Enge einer Biegung an sich belastet im wesentlichen nur die die Flexibilität des Innenzuges. Jedoch erhöht der Winkelgrad einer Biegung den Reibungsverlust. Über den Daumen kann man sagen, dass die Summe aller Biegegrade von 180 Grad in einem Zug zu etwa 30% Kraftverlust führt. Sinnvoll ist daher eine möglichst geradlinige Zugführung. Um die Reibwirkung gering zu halten ist eine Schmierung der Züge erforderlich. Hier gilt, dass Öl Züge leichtgängiger mach, Fett jedoch besser gegen eindringendes Wasser schützt. Darüber hinaus ist darauf zu achten, dass der Schmierstoff über eine für den Zweck angemessene Viskosität verfügt. Er darf nicht zu flüssig sein, damit er in den Biegungen nicht durch Zug verdrängt wird oder an den Zugenden wieder herausläuft. Für eine kontinuierliche Funktionalität der Züge ist regelmäßiges Schmieren notwendig. Etwas Glykol zum Öl verhindert im Winter, dass Züge durch eventuell eingedrungene Feuchtigkeit einfrieren und so blockieren.
Komplett gekapselte Zugsysteme gibt es unter dem Markennamen Ride On und auch von Nokon. Insbesondere die auf einen Teflonschlauch eingefädelten Perlen und Hülsen der Nokon-Züge ergeben eine spannungsfreie und ausgesprochen druckstabile Außenhülle. Die hohe Druckstabilität führt hier zu einem sehr präzisen Druckpunkt. Ein Vorteil dieser gekapselten Systeme besteht darin, dass die Züge in einer reibungsarmen Teflonhülle verlaufen und vollständig gekapselt sind. Somit gelangt kein Wasser oder Schmutz in das System und kann in sofern auch die Reibwerte nicht beeinflussen.
Für das Ablängen von Zügen kann ein scharfer Seitenschneider verwendet werden. Besser ist aber ein passender Kabelschneider. Wichtig ist, dass beim Schneiden keine Grate bleiben und die Zughülle nicht gequetscht wird. Dies würde dazu führen, dass ein Reibungswiderstand in der Zuhülle entsteht.

